Die Seite 'Dies & Das'

Jeder Hat irgendwo so eine Schublade, in der all das aufbewahrt wird, was man zwar nicht unmittelbar braucht aber auch nicht missen möchte. Anders ausgedrückt, einen 'Lagerplatz' für alles, was man anders nicht vernüftig einordnen kann.
So ist das auch hier, diese Seite können wir mit alledem füllen, was wir anderen Mühlenfreundinnen und Mühlenfeunden nicht vorenthalten möchten, es aber in den Seiten rundherum nicht so recht unterbringen können.

       

Sackanhänger

Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett
Altes Mehlsacketikett

Mehlsacketiketten, Sackanhänger

Erstaunlicherweise scheint sich bislang kaum jemand für die kleinen, mitunter unscheinbaren Pappkärtchen zu interessieren. Zwar findet man sie in fast allen Mühlen, mitunter hatten die alten Müller die Sackanhänger anderer Mühlen irgendwo angepinnt und so zierten sie Maschinen, Holzbalken, Wände und Türen und wurden von den nachfolgenden Hobbymüllerinnen und-müller eben übernommen. Hin und wieder dienen sie als Anschauungsstücke, aber ihre Zahl nimmt unweigerlich ab. Heute sind sie längst durch umfangreich gestaltete Aufkleber, meist mit Barcode versehene, automatisch gedruckte Labels ersetzt worden, die zu sammeln sich wegen der fehlenden Identifikation mit einer bestimmten Mühle kaum noch lohnt. Zumindest ist ohne entsprechende Hilfsmittel wie Barcodescanner etc. so ein Label oftmals völlig nichtssagend.
Den heutigen Sacketiketten fehlt einfach die Individualität, der Charme oft aufwendig gestalteter Exemplare, die nicht nur Podukte kennzeichneten sondern zugleich Werbeträger für alle möglichen Kleinmühlen, Dampf- oder Kunstmühlen, Hafenmühlen und dergleichen mehr waren.
Ofmals sind die "Sackanhänger" die letzten Sachzeugen längst untergegangener Mühlen und sollten als Teil eines Kulturgutes gesehen werden, sind sie doch weitaus älter als gemeinhin angenommen.

Auf der Webseite des österreichischen Museums "Paneum-Wunderkammer des Brotes" der 'backaldrin International The Kornspitz Company GmbH' findet sich ein Beitrag über die Verwendung von tönernen "Sackanhängern" die schon 1877 v. Chr. in Mesopotamien verwendet wurden, um Inhalt und Gewicht von Getreidesäcken anzugeben. Vom Zufall zum Erfindergeist-Babylonische Effizienz

In der damals noch jungen DDR wurde 3832 Jahre später festgelegt, dass alle verwendeten Mehlsacketiketten nach einem einheitlichen Muster herzustellen waren, um Verwechslungen zu vermeiden und damit die Effizienz bei der Lagerung und dem Vertrieb von Mahlprodukten zu erhöhen. Zu finden ist der hier abgedruckte Artikel im 'Jahrbuch Müllerei und Mühlenbau 1957' - Fachbuchverlag Leipzig Seite 130:

Zitat Anfang: "D. REZEPTE UND RATSCHLÄGE
PRAKTISCHE WINKE FÜR MÜLLER UND MÜHLENBAUER

Mehlsacketiketten nach einheitlichem Muster
Damit die sichere Unterscheidung der einzelnen Mahlerzeugnisse auch bei schlechten Lichtverhältnissen gewährleistet ist, sind nach einer vom Ministerium für Lebensmittelindustrie erlassenen Anordnung über die Kennzeichnung von Mahlerzeugnissen aus Weizen und Roggen vom 22. 12. 1955 (GBl. Teil I, S. 52) neue einheitliche Mehlsacketiketten in der gesamten Mühlenindustrie der Deutschen Demokratischen Republik eingeführt worden.


Etiketten für Mahlerzeugnisse aus Roggen und Weizen

Die Anordnung, die in Durchführung des § 4 der Anordnung vom 5. 1. 1952 über die Verarbeitung von Getreide in Mühlen und über die Herstellung von Backwaren (GBl. S. 19, "Jahrbuch der Müllerei 1953", S. 179ff.) erlassen und am 11. 1. 1956 in Kraft getreten ist, gestattet den Aufbrauch der alten Etiketten bis zum 30. 6. 1956. Nach dieser Zeit müssen alle Etiketten für die einzelnen Mahlerzeugnisse aus Weizen und Roggen mit stark in der Farbe hervortretenden Umrandungen, Kreuzen, Quer- oder Langstrichen gekennzeichnet sein (siehe Bild auf S. 130). Die Wahl der Farbe für die Etiketten bleibt den Betrieben selbst überlassen, da diese mit dem Firmen- bzw. Warenzeichen abgestimmt werden muß.
Für eine gut erkennbare Unterscheidung bei dem Aufdruck der Mehlsackanhänger besteht in der Praxis schon lange eine Notwendigkeit. Die alten Fachleute werden sich noch daran erinnern, daß z. B. die Einfuhrmehle in Gewebesäcken mit rotem, blauem oder grünem Strich versehen waren. Eine ähnliche Maßnahme mit dem gleichen Ziel sind die nunmehr vorgeschriebenen einheitlichen Muster für Sackanhänger, wodurch verhindert werden soll, daß Verwechslungen sowohl in den Bäckereien wie auch beim Aufladen in der Mühle, die sich stets zum beiderseitigen Nachteil auswirken, noch weiter vorkommen." Zitat Ende

03.05.2021 © Arbeitskreis Mühlen Sachsen-Anhalt e.V.

Mühlen in den Sachsen-Anhaltinischen Wappen

In unserer heutigen Zeit geraten die alten Ortswappen immer mehr in Vergessenheit. Wir nehmen sie wahrscheinlich in unserer bunten Glitzerwelt kaum noch wahr. Statt dessen kennt wohl jedes Kind das chromglänzende Logo auf Papas Auto oder die Marken der angesagten Jeans und Sneakers. Dass diese "Markenzeichen" eigentlich nur die modernen Wappen unserer Zeit sind, ist wohl kaum jemandem bewusst. Schaut man bei Wikipedia unter Wappen nach, findet man u.a. auch die Verknüpfung zum Mon (Japan). Spätestens hier gelangt man zu der Erkenntnis, dass Fabrikzeichen, Markenzeichen und andere Signets schon irgendwie mit dem Wappen verwandt sind.
Nicht umsonst hatten unsere Vorfahren ihre Ortswappen mit einem Bezug zu den wichtigsten Ereignissen, Persönlichkeiten oder eben den Produktionsstätten in ihrem Ort versehen. Wen wunderts, dass der Ort Mühlingen ein stilisiertes goldenes Mühlrad und der Ort Mühlanger bei Zahna (Elster) eine Mühle im Wappen führen? Aber zahlreiche Orte, die nicht das Wort -Mühle- im Namen führen, haben in ihren Ortswappen Mühlen, bzw. markante Teile davon aufgenommen. Vielleicht, weil die örtliche Mühle früher einen ganz besonderen Stellenwert im dörflichen Leben hatte?
Hier nun eine Auswahl von "Sachsen-Anhaltinischen Wappen" mit einem direkten Bezug zur Mühle und Müllerei. Üblicherweise gibt es, wenn ein Wappen ordentlich gestaltet wurde, die sogenannte "Blasonierung", die heraldisch korrekte Beschreibung des Wappens. So etwas liest sich dann z.B. so: Das Wappen von Chörau - "Schräggeteilt von Silber über Blau, oben ein linksgewendeter stehender blauer Hahn mit goldener Bewehrung, unten ein silberner Mühlstein."
(Quelle: Wikipedia: Chörau, Wappen)
Und wenn sie nun vielleicht irritiert auf das Wappen schauen, die Blasonierung beschreibt immer das Wappen aus der Sicht des Wappen- oder Schildträgers.
Bisher konnten wir für Sachsen-Anhalt 35 Ortswappen mit einem Element aus der Mühle bzw. Müllerei ausfindig machen, wobei das bei dem Wappen des Landkreises Börde nicht ganz sicher ist. Allerdings trägt der "Hornhäuser Reiter" ein Schild, das einem Mühlstein zum Verwechseln ähnlich sieht. Das zu erforschen überlassen wir vorerst gern anderen.






 

Mühlentagsplakate

Irgendwann fragte mich eine Besucherin während eines Mühlentages, ob wir nicht ein Plakat vom aktuellen Mühlentag übrig hätten. Auf die Frage nach dem Warum gab sie zur Antwort, dass sie diese Plakate sammle, sozusagen als Andenken an einen erlebnisreichen und angenehmen Nachmittag in einer der zahllosen geöffneten Mühlen.
Nun kenne ich leider die Dame nicht, weiß auch nicht, ob sie noch ihrer Sammelleidenschaft frönt, aber es kann ja durchaus sein, dass sich die EINE oder der ANDRE beim Durchblättern der hier gezeigten Plakate aus den Jahren 2007 bis 2019 an den Besuch in einer Mühle erinnert.
Und außerdem gibt es ja nun voraussichtlich die 'Lücken' der Jahre 2020 und womöglich auch noch 2021, denn so wie sich die Corona-Pandemie derzeit entwickelt vermute ich, dass auch der diesjährige Mühlentag nicht wie gewohnt stattfinden wird.
Bleiben sie gesund, dann werden wir uns ganz sicher irgendwann zum Mühlentag wiedersehen - Glück zu!

Hat jemand vielleicht noch andere, hier nicht gezeigte Mühlentagsplakate? Gern würden wir die Galerie vervollständigen. E-Mail genügt...

Wissen sie eigentlich, woher der Müllergruß 'Glück zu!' stammt?

Um ehrlich zu sein, so richtig genau weiß es wohl keiner, da fehlt tatsächlicheine sichere Quelle. Am ehesten wahrscheinlich ist die Erklärung, dass es Teil einer alten Grußformel sei, eines Rituals der wandernden Müllergesellen.
Über Jahrhunderte hinweg haben sich die Traditionen der Wandergesellen und in den letzten Jahrzehnten auch immer mehr der 'Wandergesellinnen' erhalten. Es gab keinerlei richtige 'Organisation', so wie wir Deutschen das eigentlich gern haben. Umherziehende Handwerksburschen (und Handwerkerinnen) gehörten und gehören sogenannten 'Schächten' an, deren Mitglieder sich an überlieferte und nicht schriftlich fixierte Regeln zu halten hatten (und auch noch heute daran zu halten haben). Wer über eine bestimmte Zeit mit einem Angehörigen eines solchen 'Schachtes' zusammen gewandert war wurde quasi im 'Vorbeigehen' in die Gebräuche dieses Schachts unterwiesen und musste sich dann gegenüber einem Ältestenrat 'ehrlich machen' also erklären, dass er bei körperlicher Strafe die Regeln des Schachts einhalten und vor allem geheim halten werde. Auch das oder die Zeichen des Schachts, eine vorgeschriebene Kleiderordnung, ein Binder in einer bestimmten Farbe, zwei Knopfreihen auf dem Wams oder auch ein besonderer Ohrring, waren zu tragen. Das ging so weit, dass die Mitglieder eines bestimmten 'Schachts' ihren Hut niemals in Gegenwart anderer abnehmen durften, nicht einmal im Gasthaus oder in der Kirche...

Eines der (nicht schriftlich) überlieferten Begrüßungsrituale soll sich so abgespielt haben:
Der wanderden Geselle (damals gab es tatsächlich keine weiblichen Müllergesellen, also keine Gesellinnen...) kam an einer Mühle an, in der er zunächst seinen Wanderstab durch eine Treppe an der Mühle zwischen der dritten und vierten Stufe (oder einer anderen dafür geeigneten Stelle am Zaun oder am Haus) zu stecken hatte, das 'Ränzel', (auch 'Affe' oder 'Felleisen' genannt) wurde daran gehängt und dann hatte der Ankömmling stehend und schweigend zu warten, bis er zum Meister geführt und von diesem angesprochen wurde. Der dafür vorgeschriebene Text soll so gelautet haben: "Gott zum Gruße und Glück zu vom letzten Meister und Gesellen, ist es erlaubt, um Arbeit nachzufragen?" Auch die Antwort war stehend und schweigend abzuwarten, selbst wenn ein unfreundlicher oder eiliger Müller auf die Antwort warten ließ.

Überliefert sind solche Dinge tatsächlich nur mündlich, einige der älteren Müller, die nun inzwischen immer seltener werden, hat davon berichtet. Aber die 'Schächte' der Wandergesellen soll es noch immer geben und es wird peinlich darauf geachtet, dass kein uneingeweihter Nicht-Geselle in deren Kreise eindringt.
Und genau deswegen sind verlässliche Informationen über die Sitten und Gebräuche innerhalb solcher 'Schächte' auch recht spärlich.

 

Bau eines Wasserrades

Für all jene unter ihnen, die sich mit dem Bau oder der Reparatur von Wasserrädern beschäftigen gibt es eine (wie wir meinen) sehr interessante Seite mit einem gut gemachten Artikel zum Bau eines Wasserrades. Sehr detailliert wird der Aufbau des Rades beschrieben, die Herstellung der Einzelteile ist sehr deutlich erläutert und dazu sind die Montagearbeiten so bebildert, dass man den gesamten Vorgang gut nachvollziehen kann. Abgerufen wurde die Seite letztmalig am 01.05.2021, Lesezeit ca. 20min.
Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB
Weiter unten auf der Seite findet sich dann auch noch ein Link zu einem Bautagebuch für das beschriebene Wasserrad

Danke den Mühlenfreunden, die sich die Mühe gemacht haben, die Arbeiten so detailliert zu beschreiben und zu bebildern.

 

Mühlen in den Sachsen-Anhaltinischen Wappen

In unserer heutigen Zeit geraten die alten Ortswappen immer mehr in Vergessenheit. Wir nehmen sie wahrscheinlich in unserer bunten Glitzerwelt kaum noch wahr. Statt dessen kennt wohl jedes Kind das chromglänzende Logo auf Papas Auto oder die Marken der angesagten Jeans und Sneakers. Dass diese "Markenzeichen" eigentlich nur die modernen Wappen unserer Zeit sind, ist wohl kaum jemandem bewusst. Schaut man bei Wikipedia unter Wappen nach, findet man u.a. auch die Verknüpfung zum Mon (Japan). Spätestens hier gelangt man zu der Erkenntnis, dass Fabrikzeichen, Markenzeichen und andere Signets schon irgendwie mit dem Wappen verwandt sind.
Nicht umsonst hatten unsere Vorfahren ihre Ortswappen mit einem Bezug zu den wichtigsten Ereignissen, Persönlichkeiten oder eben den Produktionsstätten in ihrem Ort versehen. Wen wunderts, dass der Ort Mühlingen ein stilisiertes goldenes Mühlrad und der Ort Mühlanger bei Zahna (Elster) eine Mühle im Wappen führen? Aber zahlreiche Orte, die nicht das Wort -Mühle- im Namen führen, haben in ihren Ortswappen Mühlen, bzw. markante Teile davon aufgenommen. Vielleicht, weil die örtliche Mühle früher einen ganz besonderen Stellenwert im dörflichen Leben hatte?
Hier nun eine Auswahl von "Sachsen-Anhaltinischen Wappen" mit einem direkten Bezug zur Mühle und Müllerei. Üblicherweise gibt es, wenn ein Wappen ordentlich gestaltet wurde, die sogenannte "Blasonierung", die heraldisch korrekte Beschreibung des Wappens. So etwas liest sich dann z.B. so: Das Wappen von Chörau - "Schräggeteilt von Silber über Blau, oben ein linksgewendeter stehender blauer Hahn mit goldener Bewehrung, unten ein silberner Mühlstein."
(Quelle: Wikipedia: Chörau, Wappen)
Und wenn sie nun vielleicht irritiert auf das Wappen schauen, die Blasonierung beschreibt immer das Wappen aus der Sicht des Wappen- oder Schildträgers.
Bisher konnten wir für Sachsen-Anhalt 35 Ortswappen mit einem Element aus der Mühle bzw. Müllerei ausfindig machen, wobei das bei dem Wappen des Landkreises Börde nicht ganz sicher ist. Allerdings trägt der "Hornhäuser Reiter" ein Schild, das einem Mühlstein zum Verwechseln ähnlich sieht. Das zu erforschen überlassen wir vorerst gern anderen.